Gesellschaft

Arbeit – Home Office – eine Erfindung von Corona?

Arbeit hat bei vielen Menschen einen sehr hohen Stellenwert.

Durch Arbeit erwirtschaften wir ein Gehalt. Außerdem gibt es gesellschaftliches Ansehen. Arbeit ist daher für Menschen von sehr hohem Stellenwert.
„Arbeit“ war bisher wie folgt aufgestellt: man wacht morgens auf, duscht sich, macht sich fertig, geht zur Arbeit und abends kommt man wieder nach Hause. Es gab sozusagen eine feste Struktur, die für viele Menschen sehr bedeutend ist. Außerdem hat man ja auf der Arbeit auch soziale Kontakte, die von wesentlich anderer Struktur sind, als diejenigen, die man zuhause hat. Durch diese Kontakte kann man noch zusätzlich Anerkennung erhalten (z.B. wegen einer sehr gut erledigten Arbeit). Wenn keine Anerkennung da ist, dann kann man sich abends mit dem Partner darüber unterhalten, wie undankbar die Kolleg/innen sind.

Oder so ähnlich.

Ich selbst arbeite schon längere Jahre im Home Office und habe aber auch lange Jahre Erfahrung als „normale Angestellte“. Also als eine Person, die sich auch morgens auf den Weg zur Arbeit gemacht hat und abends nach Hause kam. Ich selbst bin sehr froh, dass ich zuhause Arbeiten kann. Von vielen Menschen habe ich aber die Rückmeldung erhalten, dass es sehr wichtig für sie ist, morgens aus dem Haus zu gehen und dass sie zuhause nicht die notwendige Disziplin für die Arbeit an den Tag legen würden, die notwendig ist.
Ich habe unter anderem früher auch mehrere Jahre als Arbeitstherapeutin gearbeitet und ich weiß sehr genau wie wichtig, diese feste Struktur des „Arbeiten gehens“ (also außer Haus) für Menschen sein kann. Wenn diese Struktur nicht mehr da ist, kann es dazu führen, dass Menschen in eine Krise kommen. Es kann dazu führen, dass Menschen psychisch erkranken.

Nun haben wir aktuell die Situation (wegen Corona), dass viele Menschen zuhause arbeiten müssen (ich würde sagen: dürfen). Und viele Menschen müssen sich jetzt neu aufstellen. Es stellen sich jetzt viele Fragen: Die erste Frage, die sich stellt, ob die IT-Struktur des Arbeitgebers es überhaupt ermöglicht, dass Menschen vernünftig von zuhause aus arbeiten können. Die nächste Frage wäre, wie kann man sich disziplinieren, dass man auch zuhause arbeitet? Wie geht man mit dieser Freiheit eigentlich um? (vorausgesetzt die Technik spielt mit!).

In der vergangenen Woche, habe ich in einem Zeitungsartikel gelesen „Die neuen Pioniere der Arbeit“, damit waren die Menschen gemeint, die jetzt von zuhause arbeiten müssen. Ein schönes Kompliment. In diesem Artikel, wurden die Menschen, die das seit Jahren tun, komplett vergessen. Es wurde so getan, als wäre Home Office eine Erfindung seit Corona. Leider habe ich mir auf diesen Artikel keinen Bookmark gesetzt.

Wie dem auch sei.

Menschen, die jetzt von Heute auf Morgen unfreiwillig im Home Office arbeiten sollen, müssen nun kreativ mit der neuen Art von Freiheit, die sie jetzt haben, werden. Eine echte Herausforderung und das erst Recht, wenn Kinder im Haushalt sind. Die bisherige Tagesstruktur ist „over“. Nun muss eine neue Struktur aufgestellt werden. Und keiner gibt einem dafür eine Anleitung! Einfach so – von Heute auf Morgen. Keine leichte Aufgabe. Aber wenn wir alle die Nerven NICHT verlieren, dann wird was Produktives daraus entstehen. Womöglich eine neue Art zu arbeiten, die einem in Zukunft unabhängiger macht und auch viel flexibler. Es wird eine Zeit nach Corona geben und hoffentlich haben Sie sich bis dahin an das Home Office gewohnt und vielleicht haben Sie auch bis dahin festgestellt, dass Sie einen wesentlich Teil Ihrer Arbeit von zuhause erledigen können und es deshalb in der Familie allen besser geht. Und nun stellt sich die Frage, warum ihr Chef NACH Corona von Ihnen erwarten sollte, dass sie wieder jeden Tag vor Ort arbeiten. Warten Sie es ab!

001_courage attack – die Angst, meine Meisterin

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pr-agentur
Karin Schloß, geboren 1966. Diplom-Betriebswirtin (BA). CEO von Schloss OÜ. Langjährige Erfahrung im Bereich Marketing + PR. Unter anderem im Gründungsteam der langjährig erfolgreichen Messe SightCity Frankfurt. 2001 Auszeichnung für ein Marketing-Konzept im Bundeskanzleramt, welches unter mehr als 5000 Einsendungen zu den 5 besten Konzepten gehörte.

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