Der Erfolg von Amazon – Neid und Beschimpfungen

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Gerade eben habe ich bei Linkedin einen Beitrag gelesen, indem sich ein lokaler Buchhändler darüber beschwert, dass amazon die Buchpreise und überhaupt lokale Geschäfte zerstören würde.

Ich kann das nicht nachvollziehen.

Auch amazon muss sich an die Preisbindung für Bücher in Deutschland halten

Wie jedes andere Unternehmen, muss auch amazon, sich als in Deutschland ansässiges Handelsunternehmen, an die Preisbindung für deutsche Bücher, Zeitungen und Zeitschriften halten. Der letztendliche Verkaufspreis eines Buches, einer Zeitung oder Zeitschrift, wird vom Verlag und nicht vom Händler bestimmt.

Die Anfänge von amazon

amazon wurde 1994 gegründet. Ich selbst habe amazon im Jahr 1996 in Deutschland wahrgenommen. Seither bin ich Kundin bei amazon. Und ich kann mich gut erinnern, dass amazon in den ersten Jahren tiefrote Zahlen geschrieben hat. Lesen Sie hierzu einen Beitrag bei heise https://www.heise.de/newsticker/meldung/Amazon-com-Der-Koenig-der-roten-Zahlen-18548.html. Erst im Jahr 2002 hat amazon begonnen schwarze Zahlen zu schreiben.

Jedem Erfolg gehen Misserfolge voraus. amazon hat von Anfang an, konsequent sein Konzept verfolgt und es Marktänderungen angepasst und ist heute erfolgreich.

amazon – mein Helfer in der Not!

Es ist noch nicht lange her, da hatten wir einen Lockdown. Ich persönlich gehörte nicht zu denjenigen, die Produkte gehortet haben. Das Endresultat war, dass ich tatsächlich keine Möglichkeit mehr hatte, Toilettenpapier und auch Milch zu kaufen im lokalen Handel (obwohl einen Aldi und einen Rossmann im Ort gab!) . Ich wohne auf dem Dorf. Ich hätte für diesen Einkauf 30 km weiter fahren müssen.

Da war ich doch sehr froh, dass es amazon gab. Bei amazon stand alles zur Verfügung! Ich frage mich: warum nur bei amazon?! Also habe ich bestellt. Die Bestellung wurde pünktlichst geliefert. So gesehen, war amazon (und DHL) in diesem Fall, Helfer in der Not!

Arbeitsplätze wurden geschaffen

Während der aktuellen und vergangenen Krise hört man immer wieder, dass Menschen ihre Arbeitsplätze verlieren. Amazon dagegen hat neue Arbeitsplätze geschaffen!

Viele Neider und viele Beschimpfungen

Es ist nicht zu fassen. Trotz drohender Arbeitslosigkeiten, wird ein Unternehmen, das in der Krise überdimensional viele Menschen einstellt und beschäftigt, aufs Gröbste beschimpft. Das ist nicht richtig. Oftmals höre ich auch, dass amazon als „Menschenschinder“ bezeichnet wird. Das kann ich auch nicht nachvollziehen. Ein Unternehmen, das so erfolgreich ist, ist in der Unternehmensführung und in der Behandlung seiner Mitarbeiter/innen nicht weniger oder mehr „schlecht“ als ein anderes. Aus erster Quelle weiß ich, dass amazon ein sehr transparentes Mitarbeiter-Karrieresystem hat. Diese Transparenz könnten sich einige deutsche Unternehmen mal zu Herzen nehmen.

Befristete Arbeitsverträge – nein, amazon ist nicht der Erfinder davon!

Unter anderem wirft man amazon vor, dass das Unternehmen zuviele befristete Arbeitsverträge hat. Gut, befristete Arbeitsverträge sind nicht schön. Aber amazon ist nicht der einzige Arbeitgeber. Gerade viele Unternehmen der öffentlichen Hand (z.B. die Bundesagentur für Arbeit) arbeitet in erster Linie mit befristeten Verträgen. Es dauert auch in diesen Unternehmen eine ganze Weile, bis Verträge entfristet werden und Mitarbeiter zu finanzieller Sicherheit gelangen. Warum werfen wir amazon etwas vor, was bei unseren deutschen Einrichtungen Gang und Gebe ist? Warum geht man das Problem mit den befristeten Arbeitsverträgen nicht generell an, und macht so, als wäre amazon der Erfinder, dieser Befristungen? Nicht zu fassen! Ist es so, dass wir immer nur einen Schuldigen brauchen?

Lokale Händler in Deutschland

Lokale Händler in Deutschland haben es in der Vergangenheit nunmal verschiedentlich verpasst, zu digitalisieren. Dabei haben ALLE einen der wesentlichsten Vorteile gegenüber amazon: den persönlichen Kontakt zu den Kunden. Aber wir haben es alle in der Hand. Wir alle können jeden Moment das Rad umdrehen. Dieser persönliche Kontakt, den Händler, Restaurants und andere lokale Geschäfts haben, ist nicht zu unterschätzen. Beginnen Sie mit Ihren Kunden virtuell zu interagieren: digilogisieren Sie! Das kann amazon nicht! Die lokalen Geschäfte können über den persönlichen Kontakt virtuellen Interessengruppen bilden. Legen Sie einfach los!

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Die vergangenen Monate und die aktuelle Zeit zeigt uns, dass wir Altes und Bewährtes zwar nicht aufgeben müssen. Wir müssen aber dennoch neue Wege gehen. Integrieren Sie, das was Sie in der Vergangenheit lieb gewonnen haben, in etwas Neues: verbinden Sie den persönlichen Kontakt mit Ihren Kunden mit dem virtuellen Kontakt. Vereinen Sie die digitale Welt mit der analogen.

Steuerzahlungen

Ein weiterer Vorwurf gegenüber amazon, den man im Internet finden kann, ist dass das Unternehmen sich vor Steuerzahlungen in Deutschland drücken würde. Einer der möglichen Gründe dafür sei, dass das Unternehmen wohl lange Zeit die Steuerlast geheim hielt (siehe dazu https://www.computerbild.de/artikel/cb-News-Finanzen-Steuerzahlungen-Deutschland-Amazon-Zahlen-26462013.html).

Meine Frage darauf: Ist amazon, was das angeht, die einzige Unternehmung, die so handelt? Warum konzentriert man sich auch bei dieser Frage so sehr auf amazon? Benötigen wir einfach nur einen Schuldigen? Ist es das?

Opfer und Täter

  • Lokale Buchhändler bezeichnen sich als Opfer von amazon. (Lokale Buchhändler = Opfer / amazon = Täter???)
  • Lokale Einzelhändler bezeichnen sich als Opfer von amazon. (Lokaler Einzelhändler = Opfer / amazon = Täter???)

Sind Opfer auch Täter?

Das mag jetzt sehr provokant klingen. Ist es auch. Aber in der Psychologie, werden Opfer u.a. auch danach gefragt, was sie dazu beigetragen haben, dass sie zum Opfer wurden. Diese Frage dient in erster Linie zur Selbstreflektierung.

Was ist wirklich passiert?

Fall 1

Im Jahr 2014 habe ich sehr dringend ein Geschenk für mein Patenkind benötigt zur Kommunion. Ich hatte es versäumt mich rechtzeitig um dieses Geschenk zu kümmern. Ich ging zu einem lokalen Schmuckhändler in der Nähe meines Arbeitsplatzes. Dieser wurde mir von Kollegen empfohlen und er hatte wirklich entzückend viele kleine Schmuckstücke und ich habe auch eines gekauft für mein Patenkind. Der Verkäufer war auch der Eigentümer des Ladens. Während des Verkaufsgesprächs berichtete mir der Verkäufer, dass er immer weniger Umsatz hat, wegen amazon. Ja, er erwähnte explizit amazon. Also, wenn er sich morgens auf den Weg zur Poststelle macht, dann sieht er die vielen Pakete von amazon. Da könne er nicht mithalten und er habe auch nicht den Ehrgeiz dazu. Er würde sowieso bald in Rente gehen.

Fall 2

Ich hatte in einer sehr schönen mittelgroßen Stadt in Süddeutschland einen Arbeitsplatz (2014 – 2019). Ich habe es genossen in der Mittagspause, durch diese Stadt zu schlendern und manchmal auch etwas einzukaufen. Mehr und mehr wurden die Geschäfte geschlossen. Und Gespräche wie das, das ich in Fall 1 hatte, hatte ich mehrere. Alle fühlten sich als Opfer von amazon. Aber keiner hat gehandelt.

Fall 3

Dieser Fall hat nun eigentlich nichts mit dem Internet zu tun. Er hat etwas damit zu tun, dass man an etwas festhält, das ausläuft. Ein Patent kann zeitlich gesehen, auslaufen. Ich habe einmal bei einer Produktionsfirma gearbeitet, die ein sehr geniales Patent hatte. Aufgrund des Patents konnte man sich einige gute Jahre machen. Der Eigentümer des Patents war so stolz und so froh darüber, dass er nicht erkannt hat, dass es gegen Ende der Patentlaufzeit, sehr große Haie auf dem Markt gab, die sich dann auch so nannten. Spätestens mit der Namensgebung des Mitbewerbers, hätte der Eigentümer erkennen sollen, dass die „große Zeit“ vorbei ist. Aber er hatte es nicht erkannt und dachte, er könne gerade so weitermachen. Fehlschlag! Untergang! Dieser Mitbewerber war im wahrsten Sinne des Wortes ein „Hai“ und hat die anderen regelrecht aufgefressen. Alle anderen gibt es heute nicht mehr.

Floskeln

Ich hörte viele Floskeln wie

  1. wir setzen auf persönlichen Kontakt. Das Internet brauchen wir nicht
  2. amazon nimmt uns die Kunden weg
  3. wegen amazon müssen wir bald schließen

Die intelligenteste Floskel ist die erste. Ja, auf persönlichen Kontakt setzen, das ist gut! Aber das Internet wird gebraucht. Und auch im Internet zählt der persönliche Kontakt (digiloge Kommunikation!!!).

Festhalten und nicht loslassen

Es ist gut, wenn wir Werte haben. Es ist gut, wenn wir Traditionen haben. Werte und Traditionen sind Ausdruck unserer Kultur. Aber wenn etwas überholt ist, dann sollte man das auch so erkennen und entsprechend handeln und das erst Recht als Unternehmer! Wir müssen lernen loszulassen!

Es ist auch gut, wenn lokale Händler auf den persönlichen Kontakt und die persönliche Beratung setzen. Diesen Vorteil hat amazon nicht! Und dieser Vorteil sollte ausgebaut werden – auch im Internet und dies mit der eigenen Internetseite. Es gibt Mittel und Wege, das zu tun mit der eigenen Internetseite (fragen Sie uns – PR Agentur PRO – Ihre Agentur für digiloge Kommunikation!).

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Neid

Wer viele Neider hat, dem geht es gut. amazon geht es gut.

Fazit

Absolut jedes Unternehmen sollte ordnungsgemäß Steuern zahlen. Aber wir sollten bei der Fehlersuche bei uns selbst bleiben. Was haben wir in der Vergangenheit falsch gemacht? Darauf bekommen wir Antworten, wenn wir ehrlich zu uns selbst sind. Wenn wir nur einen Schuldigen suchen für unsere Situation, dann erhalten wir keine Antwort darauf, was wir besser machen können. Mit Neid und Beschimpfungen kommen wir nicht weiter. Lokale Händler müssen handeln und nicht festhalten an Dingen, die schon längst überholt sind. Auch jetzt können wir das Ruder umdrehen! Und Amazon die Stirn bieten. Tun Sie es einfach! Was hält Sie davon ab?!

Neid und Beschimpfungen entstehen aus Angst. Deutschland ist nunmal das ängstlichste Land (lesen Sie dazu „German Angst„). Nirgendwo auf der Welt werden so viele Versicherungen gegen fast jedes Thema abgeschlossen. Raus aus der Angst – hinein in die Handlung kann ich da nur sagen! Wir können es besser!

Noch ein Fazit

Angenommen, lokale Händler wären beim Psychologen und würden sagen, dass sie das Opfer von amazon sind. Der Psychologe würde zuerst fragen: „Was haben Sie dazu beigesteuert?“ Die Antwort würde mit großer Wahrscheinlichkeit lauten: „Ich habe amazon nicht ernst genommen“.

Wer ist jetzt schuld?!

Die Frage wer jetzt schuld ist, bleibt „Ohne weiteren Kommentar!“. Diese Frage soll jeder für sich selbst beantworten.