Tuesday 18th January 2022

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Inhaltsverzeichnis

Panikmechanik – Die Angst der Woche

Gesellschaft

Die Angst der Woche“ ist ein Buch von Prof. Dr. Walter Krämer. Das Buch hat den Untertitel „Warum wir uns vor den falschen Dingen fürchten“.

Walter Krämer ist ein deutscher Ökonom. Er ist Professor für Wirtschafts- und Sozialstatistik an der Technischen Universität Dortmund.

In seinem Buch „Die Angst der Woche“ gibt Walter Krämer Einblicke, wie durch Medien Ängste erzeugt werden. Unter anderem mit dem Ziel der Auflagensteigerung. Mit Hilfe von Statistiken werden Tatsachen verdreht und es wird uns eine Welt voller Gefahren vorgetäuscht.

Wir fürchten uns offensichtlich wirklich vor den falschen Dingen. So wissen wir z.B. alle, dass zu fettes Essen schlechte Blutwerte beschert und die Gefahr an Magen- der Darmkrebs und anderen Folgen zu sterben hoch ist. Aber wir essen alle fröhlich weiter. Wenn es in den Medien eine Meldung über Pestizide im Gemüse gibt, bekommen wir Panik und das Gemüse wird aus dem Verkehr gezogen.

Gutes Beispiel ist nach Walter Krämer der BSE-Skandal. Bis heute sei an dieser Krankheit kein einziger in Deutschland gestorben. Es sei eine nie existierende Gefahr gewesen. Aber die verursachte Panik zu diesem Skandal habe uns Steuerzahler rund eine Milliarde Euro gekostet und zahlreichen Landwirten das Vermögen und die Existenz gekostet. Das ist nur eines von zahlreichen Beispielen, die Walter Krämer in seinem Buch anführt.

Walter Krämer sammelt seit der BSE-Panik am Schwarzen Brett seines Statistik Lehrstuhls an der TU Dortmund unter dem Titel „Die Angst der Woche“ Meldungen aus aller Welt.

Unter anderem sind dort folgende Meldungen zu lesen, die tatsächlich in den Medien verbreitet wurden:

  • Achtung Kokosnüsse. Jedes Jahr werden weltweit mehr als 100 Menschen durch herabfallende Kokosnüsse erschlagen“.
  • Hai tötet Touristin im Roten Meer. Eine deutsche Urlauberin hatte vor ihrem Hotel im ägyptischen Scharm el-Scheich im Meer gebadet; es war das letzte Mal“.

Es ist nicht zu fassen. Die Panikmechanik funktioniert. Nach solchen Meldungen ist sich jeder über die Gefahr, die Kokosnüsse auslösen bewusst und wieder andere haben Angst vom Hai gefressen zu werden – selbst wenn weit und breit kein Meer in Sicht ist. Tja und die Kokosnüsse wachsen auch nicht in Deutschland. Die Welt diskutiert darüber, schließlich ist es ein wichtiges Thema, es wurde in den Medien darüber berichtet.

Nach Walter Krämer hat die Panik einen sehr einfachen Funktionsmechanismus: Zuerst wird die Existenz einer Gefahr betont. Im zweiten Schritt wird der Konjunktiv freigebig als Zaubermittel eingesetzt. Selbst wenn noch nie ein Schaden aufgetreten ist, wird mit Hilfe des Konjunktivs mahnend darauf hingewiesen, dass ein Schaden auftreten könnte.

Diese Panikmechanik wird von Medien, Politikern und anderen Meinungsbildnern schamlos ausgenutzt. Und viele von uns lassen sich in die Panik mitreißen – das kann gesundheitsschädlich sein!

Aber wahrscheinlich möchte die Öffentlichkeit keine positive Nachrichten lesen. Das wäre zu langweilig und die Medien würden ihre Auflagen nicht steigern können.