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Die Wasserstoff-Strategie der EU bis 2030

Die EU hat ein hohes Ziel: Reduzierung der Treibhausgase bis 2050 auf Punkt Null
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Die EU hat ein hohes Ziel: Reduzierung der Treibhausgase bis 2050 auf Punkt Null. Die EU hat eine Hauptwaffe im Kampf für dieses Ziel: grüner Wasserstoff. Kommissions-Vizepräsident Timmermans nennt ihn nonchalant, aber einprägsam den ‘Rockstar sauberer Energien’. Um die Energiewende wirklich zu drehen, braucht der Rockstar allerdings noch ein paar Investitionen in seine Karriere. Und genau die hat die EU mit ihrer Wasserstoff-Strategie bis 2030 zu leisten beschlossen.

Aus grau und blau wird grün

Wasserstoff ist nicht Wasserstoff. Es gibt grauen Wasserstoff. Es gibt blauen Wasserstoff. Und den ‘Rockstar’: grüner Wasserstoff. Die beiden ersten Sorten sind genau so gute Qualitäten wie der grüne Wasserstoff. Aber um sie zu gewinnen, sind fossile Energien im Spiel. Mit anderen Worten: Man produziert ‘saubere’ Energie durch ‘schmutzige’. Zur Zeit basiert 90 Prozent des EU-weit genutzten Wasserstoffs auf den nicht regenerierbaren Energien. Der Preis pro Kilo liegt bei 1,50 Euro – vier Euro weniger als grüner Wasserstoff. So sieht keine nachhaltige Zukunft aus. Darum setzt die EU auf den strategischen Ausbau von Öko-Strom. Es braucht gigantische Investitionen in Sonnen- und Windkraftanlagen, damit grüner Wasserstoff rentabel wird und sich durchsetzt. Und genau dazu ist die EU bereit.

Geld für den Zukunftsführer

Was heißt gigantische Investitionen? Es geht darum, private/öffentliche Gelder zu mobilisieren und mit konkreten Projekten die Strategie zu unterfüttern. Insgesamt sind bis 2030 Investitionen von 430 Milliarden Euro nötig. Der Großteil dieses Betrags – 220 Milliarden Euro – entfällt auf die Produktion. Der Restbetrag teilt sich auf Infrastruktur/Speicherung und die Anwendungen auf. Grüner Wasserstoff ist der Zukunftsführer auf dem Energiemarkt. Für Firmen, die bereit sind, ihr Geld in Wasserstoffsysteme zu stecken, stellt die EU Subventionen und Darlehen in einer Gesamthöhe von 145 Milliarden Euro bereit. Diese öffentliche Unterstützung wird aus mehreren EU-Töpfen gezahlt – unter anderem voraussichtlich auch aus dem milliardenschweren Corona-Wiederaufbauplan.

Der Markt wird sich verachtfachen

Grüner Wasserstoff – lohnt sich das? Oder stellt sich dieses Konzept für saubere Energie letztlich als unrentabel heraus? – Die Experten aller Lager sind sich in dieser Frage einig wie selten: Grüner Wasserstoff ist die Zukunft auf dem Energiemarkt. Der Dreh- und Angelpunkt des Ganzen – im Hinblick auf die angestrebte Klimaneutralität – ist der Umbau auf saubere Produktionsbedingungen – sprich Wind- und Wasserkraft. Die Investitionsvorstöße der EU sind hier auf dem richtigen Weg. Das Beratungsunternehmen Aurora Research Energy prognostiziert einen Anstieg der Wasserstoff-Nachfrage auf 2.500 Terawattstunden pro Jahr. Das entspricht ungefähr der Größe des derzeitigen gesamteuropäischen Stromnetzes (1 Terawatt = 1 Billion Watt) und stellt eine Verachtfachung des Bedarfs dar. Daraus ergibt sich ein geschätzter Umsatz von mehr als 120 Milliarden Euro jährlich.

Die Zukunft der Energiespeicherung

Grüner Wasserstoff hat seine große Karriere noch vor sich. Zur Zeit wird Wasserstoff hauptsächlich in der Industrie (in Raffinerien und zur Ammoniakherstellung) genutzt. Vize-Präsident Timmermans träumt von ‘Grünem Stahl’ und der Umstellung des Schwertransports auf den grünen Wasserstoff. Auch Züge und Flugzeuge sollen langfristig mit der sauberen Energie laufen. Eine besonders zukunftsträchtige Bedeutung kommt der Energieform bei der Stpeichertechnik zu. Grüner Wasserstoff ist auf dem Weg, ein nahezu verlustfreier Zwischenspeicher für Sonnenenergie zu werden. Die erste Solarzelle, die Sonnenlicht in Wasserstoff und Sauerstoff aufspalten kann, ist am Berliner Helmholtz-Institut bereits gebaut worden. Es wird wohl noch einige Zeit brauchen, bis die Energieeffizienz einer solchen Solarzelle auf ein rentables Niveaus gesteigert werden kann – aber die Forschung ist optimistisch und die Politik dem grünen Wasserstoff dementsprechend wohlgesonnen. Grüner Wasserstoff könnte das Haus der Zukunft zu einem reinen Selbstversorger machen. Die Solarzellen erzeugen den Wasserstoff. Dieser wird in einen Drucktank geleitet. Über eine Brennstoffzelle speist er Heizung und Warmwasseraufbereitung – und die Brennstoffzelle des Wasserstoffautos. Zukunftsmusik? – Nicht unbedingt. Wer sich einen Eindruck der Möglichkeiten verschaffen möchte, lenke seinen Blick auf Norwegen. Dort ist die erste Wasserstoff-LKW-Flotte der Welt unterwegs. So sieht die Zukunft aus!

Karin Schloß

Karin Schloß

Karin Schloß, geboren 1966. Diplom-Betriebswirtin (BA). CEO von Schloss OÜ. Langjährige Erfahrung im Bereich Marketing + PR. Ihr Marketingstudium absolvierte sie bei dm-drogerie markt. Unter anderem war sie im Jahr 2003 im Gründungsteam der bis heute erfolgreichen Messe SightCity Frankfurt für Marketing & PR verantwortlich und hat diese Messe bis 2007 begleitet. Ihre Marketingkonzepte wurden mehrfach ausgezeichnet. Karin Schloß hat nicht nur lange Jahre Erfahrung im Bereich Marketing und PR. Darüber hinaus hat sie in etwa über 20 Jahre Erfahrung im sozialen Bereich: 10 Jahre in der Arbeit bei privaten Bildungsträgern als Ausbilder, Trainer und Coach; 5 Jahre im Öffentlichen Dienst (SGB III und SGB II) und weitere 8 Jahre als Marketing- und Pressereferentin bei einem Hersteller für Hilfsmittel für blinde und sehbehinderte Menschen.

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