Marketing

Ganzheitliches Krisenmarketing

Was ist Krisenmarketing?

Krisenmarketing bezieht sich auf die Ma├čnahmen, die Unternehmen ergreifen, um ihr Image und ihre Reputation w├Ąhrend einer Krise zu sch├╝tzen oder wiederherzustellen. Eine Krise kann aus einer Vielzahl von Ursachen resultieren, wie z.B. einer negativen ├Âffentlichen Meinung, einem Produktfehler oder einer wirtschaftlichen Krise.

Im Rahmen von Krisenmarketing k├Ânnen Unternehmen Ma├čnahmen ergreifen, um ihre Kommunikation mit ihren Kunden, ihren Ruf und ihre Beziehungen zu ihren Stakeholdern zu sch├╝tzen. Dies kann beispielsweise durch die Durchf├╝hrung von PR-Kampagnen, die ├ťberwachung sozialer Medien, die Durchf├╝hrung von Umfragen zur Kundenzufriedenheit oder die Einrichtung eines Krisenmanagement-Teams erfolgen.

Krisenmarketing und die aktuelle wirtschaftliche Lage

Krisenmarketing d├╝rfte aktuell einen hohen Rang einnehmen. Offensichtliche Krisen hatten wir in den vergangenen Jahren so einige und auch aktuell stecken wir alle inmitten in einer Krise. Es begann 2020 mit der Corona-Pandemie und setzt sich nahtlos in 2022 mit dem Ukraine-Krieg fort. Aktuell stecken wir mitten in einer Energiekrise ÔÇô die realen Folgen werden sich erst in den kommenden Monaten zeigen. Erste schwere Anzeichen der Krise gab es unmittelbar nach Beginn des Ukraine-Krieges als Sonnenblumen├Âl und / oder Wei├čmehl nicht mehr in den Superm├Ąrkten verf├╝gbar waren. Am Rande bemerkt: Wir haben in dieser Zeit beobachten k├Ânnen, dass bei Ebay Sonnenblumen├Âl sogar h├Âchstbietend versteigert wurde!

Stellt sich f├╝r viele Unternehmen die Frage, wie die Existenz des Unternehmens sichergestellt werden kann. Anders: wie kann der Umsatz dennoch aufrechterhalten bleiben? Wie sieht in solchen F├Ąllen Krisenkommunikation / Krisenmarketing aus?

Wir zeigen hier keine L├Âsungen auf, da wir keine Hellseher sind. Wir skizzieren die aktuelle Lage und stellen erfolgreiche Konzepte vor, die sich w├Ąhrend einer Krise etabliert / durchgesetzt haben und geben Impulse.

Ma├čnahmen, die ergriffen werden k├Ânnen

Im Rahmen von Krisenmarketing k├Ânnen Unternehmen folgende Ma├čnahmen ergreifen:

  1. ├ťberwachung der sozialen Medien: ├ťberwachung der sozialen Medien, um auf negative Nachrichten oder Ger├╝chte schnell reagieren zu k├Ânnen.
  2. Transparente Kommunikation: Offene und transparente Kommunikation mit Kunden, Medien und anderen Stakeholdern, um das Vertrauen wiederherzustellen.
  3. Krisenmanagement-Team: Einrichtung eines Krisenmanagement-Teams, das f├╝r die ├ťberwachung und Behandlung von Krisensituationen verantwortlich ist.
  4. ├ťberpr├╝fung und Anpassung von Gesch├Ąftsprozessen: ├ťberpr├╝fung und Anpassung von Gesch├Ąftsprozessen, um zuk├╝nftige Krisen zu vermeiden.
  5. PR-Kampagnen: Durchf├╝hrung von PR-Kampagnen, um die ├Âffentliche Meinung zu beeinflussen und das Image des Unternehmens zu verbessern.
  6. Kundenbefragungen: Durchf├╝hrung von Kundenbefragungen, um die Zufriedenheit und das Vertrauen der Kunden zu ermitteln und zu verbessern.
  7. Soziale Verantwortung: Betonung der sozialen Verantwortung des Unternehmens und der Bem├╝hungen, die Auswirkungen einer Krise zu minimieren.

Krisenmarketing und die aktuelle wirtschaftliche Lage

Was ist eine Krise?

Die Frage, was eine Krise ist sollten wir zuerst kl├Ąren. Eine Krise ist eine schwierige Lage / Zeit / kritische Situation. Gleichgewichte sind massiv gest├Ârt. Wir befinden uns in einem instabilen System. Bisherige bekannte Gesetzm├Ą├čigkeiten gelten nicht.

Soweit zur Krise an sich. Unseres Erachtens gibt es schwierige Situationen, deren Endpunkt absehbar ist. Das w├╝rden wir als eine kurzfristige Krise bezeichnen, die gut ├╝berschaubar ist. Die aktuelle Krisenlage ist u.E. schwer einzusch├Ątzen bez├╝glich der Dauer und der folgenden Ausma├če. Wir sollten daher in Worst Case-Szenarios denken. Das bedeuted, dass wir bez├╝glich Krisenkommunikation oder Krisenmarketing alles bisherige neu ├╝berdenken m├╝ssen.

Die aktuelle wirtschaftliche Lage

  • Energiekosten explodieren.
  • Lebensmittelpreise (Butter, Sonnenblumen├Âl, andere) steigen rasant an,
  • Benzinpreise sind exorbitant angestiegen.

Wir stecken in einer Inflation. Preise steigen. Das zur Verf├╝gung stehende Einkommen der B├╝rgerinnen und B├╝rger ist nicht angestiegen. G├╝ter sind knapp geworden. Banken berichten, dass bei nahezu 60% der Bev├Âlkerung kein Geld mehr ├╝brig bleibt zum Sparen ÔÇô sprich: das komplette Einkommen muss f├╝r den lebensnotwendigen Konsum aufgebraucht werden. Es besteht f├╝r sehr viele Menschen in Deutschland absolut keine M├Âglichkeit mehr, Geldreserveren f├╝r Notf├Ąlle zur├╝ckzubehalten.

Wir halten an dieser Stelle explizit fest: Es sind nicht die Preise f├╝r Luxusartikel gestiegen. Auf die k├Ânnten wir im Notfall verzichten. Es sind Preise f├╝r G├╝ter des t├Ąglichen Bedarfs gestiegen. Auf diese Produkte k├Ânnen wir nicht verzichten.

Konsumverhalten

In den Medien liest man aktuell, dass die Menschen in Deutschland tats├Ąchlich ├╝berlegen m├╝ssen, ob sie sich etwas zu Essen kaufen k├Ânnen. Ich selbst habe es bereits im Supermarkt erlebt, dass eine ├Ąltere Dame an der Kasse, Teile ihres Einkaufs zur├╝cklegen musste, weil sie nicht alles bezahlen konnte. Sie hatte wirklich nur essentielle Lebensmittel auf dem Kassenband. Das ist sehr traurig.

Schauen wir uns das aktuelle HDE Konsumbarometer an, so erkennen wir, dass das Konsumverhalten auf einem historischen Tiefstand ist.

Die im Bericht enthaltene Grafik ├╝ber Konsum- und Sparverhalten zeigt eine sehr deutlich ansteigende Sparkurve und eine extrem fallende Konsumkurve. B├╝rger bei denen vom Einkommen noch etwas ├╝brig bleibt, sparen und konsumieren nicht. Man bereitet sich auf schwierige Zeiten vor.

Wird eine Lohn-Preis-Spirale eintreten?

Volkswirtschaftlich gesehen spricht man oftmals von einer Lohn-Preis-Spirale. In diesem Zusammenhang geht man davon aus, dass steigende Preise in der Regel zeitverz├Âgert, steigende Einkommen nach sich ziehen. Dann w├╝rde sich der Preissteigerungseffekt wieder ausgleichen und der Konsum w├Ąre gew├Ąhrleistet. Doch in diesen Zeiten k├Ânnen wir nicht davon ausgehen, dass dieser Effekt in naher Zukunft wirksam werden wird. Die Medien berichten, dass traditionelle bzw langj├Ąhrig am Markt agierende Unternehmen Insolvenz anmelden. Die j├╝ngsten Meldungen betrafen G├Ârtz (gegr├╝ndet 1875) und Hakle (gegr├╝ndet 1928). Und wir bemerken, dass Hakle zu den Gewinnern der Corona-Pandemie geh├Ârte. Weitere werden folgen. Die Gr├╝nde sind in erster Linie in den hohen Energiepreisen zu sehen, aber auch in den steigenden Preisen f├╝r Rohstoffe z.B. f├╝r Holz und auch in St├Ârungen der Lieferketten.

Wir stellen fest: Die Unternehmen sind ebenfalls schwer betroffen. Wir k├Ânnen davon ausgehen, dass die steigenden Preise nicht zwingend durch steigende L├Âhne aufgefangen werden k├Ânnen und es sehr wahrscheinlich, wenn ├╝berhaupt, nur in sehr geringem Umfang zu einer Lohn-Preis-Spirale kommen wird. Das aktuell von der Regierung verabschiedete Entlastungspaket, wo Unternehmen die M├Âglichkeit haben, Mitarbeitern bis zu 3.000 Euro pro Jahr steuerfrei f├╝r Energie zu gew├Ąhren, wird wahrscheinlich kaum greifen k├Ânnen, da den Unternehmen selbst die Einnahmen ausbleiben werden.

Die gest├Ârten Lieferketten tragen ihr ├ťbriges dazu bei.

Gesch├Ąftszweige Krisenmarketing

In vielen Bereichen gibt es aktuell eine Krise. Stellt sich die Frage ob und wenn ├╝berhaupt wie man mit Marketing den Umsatz steigern / erhalten und damit das Unternehmen nachhaltig sichern kann. Es stellt sich vielen im Moment nicht die Frage, wie der Umsatz erh├Âht werden kann, sondern vielmehr nach der Sicherung des Unternehmens.

Marketing f├╝r G├╝ter des t├Ąglichen Bedarfs ÔÇô Vom K├Ąufermarkt zum Verk├Ąufermarkt

G├╝ter des t├Ąglichen Bedarfs (Lebensmittel, Miete, Energie, Benzin,ÔÇŽ) werden gebraucht und decken unsere Grundbed├╝rfnisse. Das Marketing f├╝r diese Produkte wird zun├Ąchst wie zuvor in einem normalen Verdr├Ąngungsmarkt (viele Anbieter, viele Nachfrager) weiterlaufen. In dieser Situation gab es schon immer viele Nachfrager und viele Anbieter. Anbieter konnten sich am Markt behaupten, wenn sie dem Preiswettbewerb standhielten oder Markenpr├Ąferenzen aufgebaut haben wie z.B. Tempo, Hakle, Pril usw.

G├╝ter des t├Ąglichen Bedarfs geh├Âren in das Standard├╝berlebensbudget eines Verbrauchers. Doch auch hier werden wir in nicht allzu ferner Zeit Verschiebungen beobachten: Sofern in Zukunft noch m├Âglich, werden Verbraucher auf teuere Markenprodukte verzichten und auf die preiswerteren Handelsmarken ausweichen.

Wir betonen: zun├Ąchst.

Im Laufe der Zeit werden immer mehr Anbieter aus dem Markt entfernt werden, sofern die aktuelle wirtschaftspolitische Situation erhalten bleibt. Das Angebot wird schrumpfen. Warum? Wir haben eingangs erw├Ąhnt, dass immer mehr Anbieter / Hersteller aufgrund steigender Energiepreise Insolvenz anmelden werden. Es trifft jetzt auch diejenigen, die w├Ąhrend Corona Insolvenztermine verschieben durften. ├ťberleben werden aktuell diejenigen, die mit ausreichend liquiden Mitteln und Optimismus versorgt sind. Der Absatz f├╝r Unternehmen die G├╝ter des t├Ąglichen Bedarfs anbieten, ist nahezu sichergestellt, da wir uns f├╝r diese Produkte auf der untersten Ebene der Maslowschen Bed├╝rfnispyramide befinden und diese Produkte ben├Âtigt werden. Ein Horrorszenario w├Ąre, wenn auch daf├╝r f├╝r die G├╝ter des t├Ąglichen Bedarfs kein Geld mehr ├╝brig bleiben w├╝rde. … Dann w├Ąren wir beim Tauschhandel angelangt.

Falls sich die Lage tats├Ąchlich vom K├Ąufermarkt zum Verk├Ąufermarkt entwickeln sollte, dann h├Ątten wir die Gefahr einer Konzentration, um nicht zu sagen eine Monopolisierung. Im Monopol k├Ânnen Anbieter den Preis beliebig hoch ansiedeln – das Produkt wird gekauft, da es erforderlich ist. Diese Formen sind in Deutschland durch das Kartellrecht geregelt und verboten. Hier w├╝rde und m├╝sste der Staat preispolitisch eingreifen.

Krisenmarketing f├╝r die Bekleidungsindustrie

Das Konsumbarometer des HDI macht es sehr deutlich: Nicht nur die Bekleidungsindustrie leidet bereits extrem unter der aktuellen Lage. Rohstoffe sind teuerer geworden (z.B: Baumwolle). Die Einkaufspreise steigen, Verbraucher halten sich mit dem Konsum extrem zur├╝ck.

Beispiel f├╝r nachhaltiges Marketing im Bereich Bekleidungs- und Schuhindustrie: Zalando

Bei zalando beobachten wir seit einiger Zeit einen Gebrauchtmarkt f├╝r Kleidung ÔÇ×Pre-OwnedÔÇť. Wir k├Ânnen davon ausgehen, dass sich diese Sparte ausbauen wird. Der Anbieter hat bereits im Jahr 2020 gehandelt und diese neue Sparte in das Sortiment mit aufgenommen. Hier k├Ânnen Zalando-Kunden gebrauchte Kleider von anderen Zalando-Kunden kaufen. Wenn man als Zalando-Kunde gebrauchte Kleider zur├╝ckschickt erh├Ąlt man eine Gutschrift f├╝r das gebrauchts Kleidungsst├╝ck. Diese Gutschrift kann verwendet werden f├╝r den Kauf von neuen Kleidungsst├╝cken bei zalando oder gebrauchten Kleidungsst├╝cken ÔÇô oder man kann sich diese Gutschrift ausbezahlen lassen. Eine tolle Idee wie wir meinen.

Krisenmarketing in der Bekleidungsindustrie

Ein positives Beispiel haben wir soeben genannt: Zalando Pre Owned. Welche Wege kann man in der Bekleidungs- und Schuhindustrie noch gehen? Die gangbaren Wege sind zielgruppenabh├Ąngig. Eventuell muss die Zielgruppe neu definiert werden. Eine weitere Idee f├╝r Krisenmarketing in der Bekleidungsindustrie w├Ąre recycelte Kleidung anzubieten. Die ist auf jeden Fall eine gute Idee, sofern nur die Rohstoffe ausbleiben. Aber f├╝r das Recyceln wird Energie ben├Âtigt. Daher stellt f├╝r diese Idee der Faktor Energie ein Risiko dar.

Freizeitindustrie / Gastst├Ątten / Hotels / K├╝nstler

Bereits in der Conrona-Krise wurde dieser Bereich extrem gebeutelt. Zwangsschlie├čungen waren angesagt. Es gab staatliche Hilfen, die teilweise wieder zur├╝ckbezahlt werden m├╝ssen. Nach der Corona-Pandemie sind die Kunden zwar gekommen, aber Personal ist absolute “Mangelware”. Kaum jemand m├Âchte in diesem Bereich mehr arbeiten, nicht zuletzt auch, wegen zu niedriger Entlohnung und viele haben w├Ąhrend der Corona-Pandemie erkannt, dass z.B. Hartz IV nicht viel weniger ist als ein Gehalt in der Hotel- und Gastst├Ątten-Branche.

Stellt sich die Frage, wie es f├╝r K├╝nstler weiter geht. Konsumenten wird sehr wahrscheinlich auch das Geld f├╝r den Konsum von Kunst ausbleiben. Auf traditionellem Weg wird es auch weiterhin schwierig werden als K├╝nstler zu ├╝berleben.

W├Ąhrend er Corona-Pandemie sind uns die Videos von “Helga & Marianne” zunehmend aufgefallen. Dem K├╝nstler und Comedian “Freshtorge” ist es gelungen ├╝ber das Internet sein Publikum anzuziehen. Der Kanal des K├╝nstlers zeigt heute (17.09.22) 3,6 Millionen Abonnenten. Ein positives Beispiel, wie wir meinen. Ein K├╝nstler, der keine Ber├╝hrungs├Ąngste mit neuen Technologien hat; ganz im Gegenteil.

Krisenmarketing produzierendes Gewerbe

Das produzierende Gewerbe ist sehr allumfassend. Wir reden hier von der Autoindustrie, der Bauindustrie und vielen anderen Branchen mehr. ├ťberall in der Produktion werden sich die steigenden Energiepreise stark bemerkbar machen. Zun├Ąchst m├╝ssen sich die unterschiedlichen Erzeuger Gedanken dar├╝ber machen, wie lange sie mit den hohen Energiepreisen produzieren k├Ânnen, L├Âhne bezahlen k├Ânnen und die Preis moderat halten k├Ânnen. Die hohen Energiepreise gef├Ąhrden demnach Lohnzahlungen, sofern man steigende Kosten nicht auf die Verbraucher, also auf die Preise umlegen kann.

Beispiel Dachziegelproduktion: Die Produktion von Dachziegeln ist extrem energieverbrauchend. Wir lesen bereits in den Medien, dass mit den aktuellen Energiepreisen eine wirtschaftliche Ziegelproduktion nicht m├Âglich ist. Es droht bei einigen Anbietern der “vollst├Ąndige Produktionsstop auf unbestimmte Zeit”. Einige wenige Hersteller haben langfristige Energieliefervertr├Ąge abgeschlossen und k├Ânnen weiterproduzieren. Diese sind dann aber wiederum nicht in der Lage die Nachfragemenge zu decken. Das Resultat wird sein, dass die Preise steigen und nur noch B├╝rger, die mit ausreichend Geld ausgestattet sind, sich sprichw├Ârtlich “Ein Dach ├╝ber dem Kopf” leisten k├Ânnen.

Beispiel Autoindustrie: Hier reden wir von Herstellern und Zulieferern. Ersten Berichten zufolge lagert die Autoindustrie Standorte ins Ausland aus. Wieder mal. Doch wie sieht es mit dem Marketing, mit der Krisenkommunikation aus? Wie sieht es mit Absatzm├Âglichkeiten der produzierten Autos aus?

Pharmaindustrie: Auch in diesem Bereich lesen wir in den Medien, dass die Produktion einbricht aufgrund zu hoher Energiepreise.

Krisenmarketing f├╝r die aktuelle wirtschaftspolitische Lage

Wir haben eingangs einige Bereiche angeschnitten zur Aufkl├Ąrung wie die aktuelle Lage ist. Marketing scheint wenig erfolgversprechend. Wenn B├╝rger kein Geld haben, kann nichts umgesetzt bzw verkauft werden. Der Umsatz bleibt aus. Wenn der Umsatz dauerhaft ausbleibt, k├Ânnen L├Âhne und Geh├Ąlter nicht bezahlt werden usw.

Kann Krisenmarketing in der aktuellen Lage zielf├╝hrend sein?

Wir sprechen von Krisenmarketing dann, wenn wir eine besondere Lage haben, die besondere Ma├čnahmen erfordert. Bei Krisenmarketing gehen wir davon aus, dass es f├╝r einen ├╝berschaubaren Zeitraum durchgef├╝hrt wird. Wir behaupten, dass der Zeitraum in der gegebenen Lage tendenziell nicht ├╝berschaubar ist. Betrachten wir aber Marketing ganzheitlich und beziehen tats├Ąchlich alle tangierenden Bereiche (alle M├Ąrkte und Beziehungen zu diesen, die Mitarbeiter) mit ein, besteht die Chance, neue Wege zu entwickeln.

Krisenmarketing – Neue Wege, neue M├Ąrkte

Zielgruppe ├╝berdenken

Aktuell m├╝ssen sich ausnahmslos alle Anbieter mit Absatzschwierigkeiten ├╝berlegen, ob die anvisierte Zielgruppe noch relevant f├╝r sie ist. Wie und wo komme ich an die zahlungsf├Ąhige und konsumbereite Abnehmerschaft? Ist f├╝r diese Gruppe dann das Angebot interessant?

Vereinfacht gesagt: Wir haben in Deutschland die Armen, den Mittelstand und die Reichen. Aktuelle Medienberichte zeigen auf, dass zwischenzeitlich auch der Mittelstand Schwierigkeiten hat, mit der Finanzierung des Lebensunterhalts. Bleiben also “die Reichen”. Hier k├Ânnen wir davon ausgehen, dass diese auch weiterhin ├╝ber finanzielle Mittel verf├╝gen werden. Es ist wirklich sehr krass. Die Corona Pandemie hat auch gezeigt, dass “die Reichen” w├Ąhrend dieser Krise, noch reicher wurden. Es wurde in den Medien auch ver├Âffentlicht, dass die letztendliche Geldmenge sich nicht vermehrt hat. Sie hat sich aber schwerpunktm├Ą├čig verlagert auf “die Reichen”, die noch reicher wurden.

Angebot ├╝berdenken

Ist das Angebot nachhaltig und zukunftsweisend? Beispiel Elektroauto. Welchen Sinn machen Elektroautos, wenn die Energiekosten explodieren und sich die Menschen, diese Autos schon alleine wegen zu hoher Energiekosten nicht leisten k├Ânnen? Kann ich das Angebot ├Ąndern, zweckentfremden oder muss ich die Branche wechseln?

SEO-Strategie ├╝berdenken

Falls Sie Ihnen als lokaler Einzelh├Ąndler jetzt die Kunden ausbleiben, da diese jetzt weniger finanzielle Mittel f├╝r den Konsum zur Verf├╝gung haben, stellt sich vielleicht die Frage, ob Sie die SEO-Strategie von Lokaler Suche ├╝berdenken sollen.

W├Ąhrend der Corona Krise waren auch Schwimmb├Ąder geschlossen. Wir erfuhren von einem Unternehmen, welches gebrauchte ├ťbersee-Container zu Swimming-Pools umbaute, welche sich einer gro├čen Nachfrage erfreuten. ├ťber diesen Unternehmer hat u.a. die BILD berichtet.

Ein weiteres positives Beispiels, welches nicht aus einer Krise heraus entstanden ist, bildet die Schmittgruppe. Es handelt sich um ein Maschinenbauunternehmen, das in erster Linie Brennereianlagen herstellt. Brennereianlagen f├╝r Bioethanol aus Rest- und Abfallstoffen bieten die Basis f├╝r effiziente, umweltfreundliche und zudem regionale L├Âsungsstrategien hinsichtlich der Energieversorgung.

Ganz wichtig: USP definieren

Wenn Sie die Fragen nach Zielgruppe und Angebot beantwortet haben, muss jetzt die Frage nach dem USP beantwortet werden: Warum sollen Menschen ausgerechnet bei Ihnen kaufen? Was zeichnet Sie aus? Welchen Mehrwert bieten Sie?

Krisenmarketing und die Mitarbeiter

Bei allen ├ťberlegungen zu den Absatzm├Ąrkten d├╝rfen wir das Personal, die Mitarbeiter im Unternehmen nicht vergessen. Die Krise betrifft alle. Logischerweise auch die Mitarbeiter. Diese sind verunsichert, m├╝ssen sparen (falls m├Âglich), haben Angst um den Arbeitsplatz, Angst um die Existenz uvam.

Die Unternehmer sind gestresst. Die Mitarbeiter sind auch gestresst – diese stehen existenziellen Fragen gegen├╝ber. Bleibt die Frage, wie man mit einer solchen Situation ad├Ąquat umgeht. Fakt ist: wir sitzen alle in einem Boot. Und unseres Erachtens sollte auch genau so gehandelt werden. Wir m├╝ssen alle n├Ąher zusammenr├╝cken. Wir m├╝ssen zusammenhalten. Erst recht in einem Unternehmen. Dies erfordert von der F├╝hrung der Unternehmung qualitativ hochwertige F├╝hrungseigenschaften. Es sollte nicht nur geredet sondern auch entsprechend gehandelt werden. Offene, ehrliche und authentische Kommunikation ist angesagt.

Ganzheitliches Krisenmarketing ber├╝cksichtigt alle Bereiche

Krisenmarketing kann in diesen Zeiten bedeuten vollkommen neue Wege zu gehen. Wir m├╝ssen Zielgruppe, Angebot, Handlungsweisen neu ├╝berdenken. Dies sollten wir lieber jetzt als zu sp├Ąt angehen. Also jetzt, so lange noch ausreichend liquide Mittel f├╝r die Finanzierung neuer Wege, neuer Angebote, neue Dienstleistungen vorhanden sind. Es werden einige Anbieter vom Markt verschwinden, wodurch sich die Konkurrenz reduzieren wird. Erfolgreich wird aber nur derjenige sein, der das richtige Angebot, zur rechten Zeit, in der richtigen Menge, am richtigen Platz zur Verf├╝gung stellt und das Ganze auch noch finanzieren kann. Packen Sie es an! Nicht kleckern, sondern klotzen!

Ein ganzheitliches Krisenmarketing ├╝berdenkt jeden Unternehmensbereich!