The Heart of a Leader

leadership

Zunächst ein Zitat von Erich Kästner:

„Die meisten Menschen legen ihre Kindheit ab wie einen alten Hut.
Sie vergessen sie wie eine Telefonnummer, die nicht mehr gilt.
Früher waren sie Kinder,
dann wurden sie Erwachsene,
aber was sind sie nun?
Nur wer erwachsen wird und ein Kind bleibt, ist ein Mensch.“

Erich Kästner

Halten wir fest: „Nur wer erwachsen wird und ein Kind bleibt, ist ein Mensch“.

Auf dieser Aussage möchte ich meine folgenden Ausführungen aufbauen.

The Heart of a (real) Leader

Im vergangenen Jahr, im Juni 2019, war ich auf einem Kongress (in Dublin). Auf diesem Kongress lauschte ich vielen Reden. Eine der Reden hatte das Thema „The Heart of a Leader“. Und ich glaubte meinen Ohren nicht. Das „real“ in Klammer, habe ich dazu gefügt.

Stand da doch ein Referent. Dieser Referent führte seit Jahren sehr erfolgreich ein Unternehmen. Und dieser Referent spricht über „The Heart of a Leader“.

LESEN SIE AUCH  Dynamische Kommunikation

Das Herz

Das Herz bei der Führung von Menschen haben viele vergessen. Aber es spielt eine bedeutende Rolle. Immer noch. Denken doch die meisten, die eine Führungsposition inne haben, wie sie noch weiter und noch höher kommen können. Dabei vergessen sie die Menschen, die sie führen.

Wer die Menschen im Unternehmen nicht sieht und nicht wahrnimmt, der verliert. Das wusste ich bereits vor dieser Rede. Aber ich war umso erstaunter, als es endlich mal jemand mit Gewicht, ausgesprochen hat.

Die Menschen – die Mitarbeiter

Bereits Herzberg hat vom Humankapital gesprochen. Doch jeder spricht nur vom Geldkapital. Dabei wird außer Acht gelassen, dass das Humankapital zum Geldkapital führt. Hallo?

Das Geldkapital

Das Geldkapital wird auf der Bank zinsbringend angelegt.

Das Humankapital

Wie kann das Humankapital „zinsbringend“ angelegt werden? Darüber scheint sich keiner Gedanken zu machen. Dafür gibt es auch keine Zinsberechnung. Frederick Herzberg hat sich über diese Thematik ausführlich in seiner Zwei-Faktoren-Theorie ausgelassen. Danach gibt es die Hygienefaktoren und die Motivatoren. Die Hygienefaktoren sind z.B.

  • Entlohnung und Gehalt,
  • Personalpolitik, Führungsstil
  • Arbeitsbedingungen einschließlich Autonomie und Unterstützung
  • zwischenmenschliche Beziehungen zu Mitarbeitern und Vorgesetzten,
  • Sicherheit der Arbeitsstelle und
  • Einfluss auf das Privatleben.

Die Motivatoren sindz z.B.

  • Arbeitsleistung und Erfolg,
  • Anerkennung,
  • Arbeitsinhalte,
  • Verantwortung,
  • Aufstieg und Beförderung sowie
  • Wachstum.

Hygienefaktoren und Motivatoren sollten stets im Gleichgewicht sein

Wenn Hygienefaktoren und Motivatoren im Gleichgewicht sind, dann haben wir zufriedene Mitarbeiter.

Wie sieht es in echt aus?

In echt sieht es so aus, dass wir in Deutschland Menschen haben, die in Vollzeit arbeiten und aber Hilfen vom Staat erhalten (Hartz IV), weil das (Vollzeit)Gehalt nicht ausreicht, das Leben zu bestreiten. Diese Menschen bekommen (wenn sie Familie und Kinder haben, und die Frau nicht dazu verdient, aufstockende Leistungen Hartz IV). Betroffen sind davon Menschen, die Berufe haben wie Lagerarbeiter, Altenpfleger, Verkäufer, … Kurz gesagt, diejenigen Menschen, die jetzt im kürzlichen Lockdown als „systemrelevant“ bezeichnet wurden: keine Auszeit für die Familie hatten und für den „Rest der Welt“ dienen mussten. So gesehen verlieren diese Menschengruppen zweierlei: Sie hatten keine Auszeit für die Familie und keinen nennenswerten Hinzuverdienst.

Wo bleibt „The Heart of a Leader“?

Stellt sich hierwohl die Frage, wer der „Leader“ ist.

In diesem speziellen Fall kann man nicht mehr dem Eigentümer der Unternehmung den „Leader“ nennen. Das Gehalt dieser „systemrelevant“ arbeitenden Menschen ist von der Gesellschaft auferlegt.

Wieviele von Ihnen waren in der Vergangenheit auf der Suche nach einer Pflegerin oder einem Pfleger für die Eltern? Ist es nicht so, dass die Kosten dafür explodieren? Haben Sie nicht die kostengünstigste „Alternative“ aus einem Ostblockland gewählt?

Unsere Gesellschaft bezahlt systemrelevanten Berufen nicht ausreichend Geld, damit diese Menschen, systemgerecht leben können.

Was ist echtes Leadership?

Stellt sich jetzt die Frage, was echtes Leadership eigentlich bedeuted. Und erst Recht „Heart of a Leader.“

Das ist echtes Leadership

Echtes Leadership bedeuted die Unternehmung als System zu sehen und den darin arbeitenden Menschen. Der arbeitende Mensch sollte so entlohnt und auch motiviert werden, dass er seine Kosten bestreiten und noch etwas sparen kann.

In vielen Berufszweigen (gerade bei den systemrelevanten) gibt es weder die Motivatoren noch die Hygienefaktoren. Das Konzept von Herzberg macht Sinn. Aber es wird nicht als sinnbehaftet gesehen oder angewandt.

Es wird immer viel geredet, geplant und diskutiert. Der Dauerbrenner ist Corona.

Unsere Kanzlerin hat generell das Potential einer „Leaderin“. Aber sie spricht das, was man ihr vorsagt. Oder das, was ihre Ghostwriter ihr vorsagen. Das ist tendenziell nicht schlecht. Aber dabei werden doch die „Vor Ort“ Themen im Kern erstickt und gänzlich vergessen. Und diese Themen sind einfach, dass wir in Deutschland Menschen haben, die in Vollzeit arbeiten aber nicht genug verdienen, um die Familie zu ernähren.

Ich weiß wovon ich spreche. Ich war Mitarbeiterin eines Jobcenters. Und ich hatte einige Familien, bei denen ein Familienvater in Vollzeit gearbeitete hat, aber nicht genung, um die Familie zu ernähren. Das ist KEIN EINZELFALL!

Echtes Leadership bedeuted, es gar nicht so weit kommen zu lassen!

Es existiert bereits kein gesellschaftliches LEADERSHIP – warum meinen wir, es könnte ein INDIVIDUAL Leadership (firmenspezifisch) existieren?