Handwerk ist cool

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Wir sind “verkopft”. Kaum jemand arbeitet noch mit den Händen und produziert dabei etwas. Dabei wäre das sehr gesund für die Psyche.

In den Medien wird davon berichtet, dass bundesweit ca. 70.000 Handwerker fehlen. Wir gehen weiter und meinen, dass die 100.000er Marke bereits längst erreicht ist (aber das ist nur eine Behauptung von uns). Unlängst hat Gabor Steingart in einem seiner Morning Newsletter von einem Stillen Streik gesprochen. Es gibt Branchen, in denen Menschen einfach nicht mehr arbeiten gehen, weil es nicht lukrativ oder uncool ist.

Junge Menschen möchten vorzugsweise “im Büro” oder “am Computer” arbeiten. Das wird als “cool” empfunden.

Das Handwerk ist cool und ist stets unterbelichtet in unserer Gesellschaft. Warum ist das so?

Handwerker werden ständig gebraucht. Doch keiner will den Job machen. Irgendwann stehen wir alle ohne Heizung da oder müssen unsere Häuser und Terrassen selbst bauen usw. weil keiner mehr den Job machen möchte.

Warum soll das Handwerk nicht cool sein?

Was macht das Handwerk für Schulabgänger so “uncool”?

Die Autorin dieses Beitrags hat selbst zig-jahrelang Jugendliche Unterricht, dabei auch Schulabgänger. 99,99% davon möchten im Büro und / oder mit dem Computer arbeiten. Warum nur? Ganz einfach. Dabei macht man sich die Hände nicht schmutzig. Man sieht immer gut aus und muss sich nicht bewegen. Kurz: körperliche Arbeit ist absolut out obwohl der “Körperkult” hoch ist.

“Uncoolness” lehrt die Umgebung

Die Eltern wollen logischerweise immer nur das Beste für ihr Kind. Also möchten die Eltern, dass das Kind Abitur macht und studiert (By the way: dabei vergessen diese, dass es auch handwerkliche Studiengänge gibt). Aber Letzteres nur am Rande.

Eltern wollen immer nur das Beste und schicken damit ihr Kind eventuell in die Arbeitslosigkeit der Zukunft. Berufsempfehlungen an Kinder und Jugendliche entspringen meist einem Wunschdenken der Erziehungsberechtigten. Ungeachtet der Fähigkeiten und Neigungen. Dabei heißt es doch immer, dass man das machen soll, worin man sich wohl fühlt. Man soll also den Job machen, den man mit Leidenschaft und hoher Motivation ausführen kann.

Handwerk ist cool

In keinem anderen Berufsfeld kann man Arbeitsergebnisse anfassen und vorzeigen. Schöne Möbel, Häuser, Terrassen und andere Gegenstände werden bewundert. Wir behaupten, wer seinen Handwerksberuf mit Leidenschaft füllt, erhält auch das erforderliche Maß an Akzeptanz, Respekt und Ansehen und wird auch als “cool” bezeichnet.

Wir haben in Deutschland tausend- und millionenfach arbeitslose studierte Abgänger, die einfach nur einen ungeeigneten Beruf gewählt haben. Hätte man sich im handwerklichen Bereich orientiert, dann wäre vielleicht diese Arbeitslosigkeit nicht gegeben.

Handwerk und die Karriere

Auch im Handwerksbereich kann man Karriere machen. Man kann sich zum Meister qualifizieren (und sich dann ggf selbständig machen) und / oder ein Studium anhängen.

Wir wiederholen: Handwerk ist cool. In keinem anderen Bereich sieht man “körperliche” Ergebnisse.

Was stimmt: Im Handwerk macht man sich schmutzig und im Handwerk arbeitet man körperlich. Das Ergebnis ist gegeben. Ein Objekt, das man anfassen kann. Im Handwerk besteht dieses Objekt vielfach aus einem Naturmaterial. Aus Metall, Edelmetallen, Holz u.a. Elementen.

Handwerk ist cool weil Handwerk auch Kunst ist

Wir gehen weiter und behaupten: Handwerk ist cool und Handwerk ist Kunst. Es gibt auch den Begriff “Kunsthandwerk”. Kunsthandwerk bekommt auf jeden Fall eine Bedeutung im Zusammenhang mit Goldschmied und dem Begriff “Schmied” generell. Kunsthandwerk bekommt aber auch eine Bedeutung in Zusammehang mit “Metallbau”. Es gibt viele handwerkliche und kreative Metallbauer.

Wir müssen aber nicht nur auf die Handwerker blicken, die Edelmetalle verarbeiten. Schauen wir mal auf die Holzbauer, die unglaublich schöne Gebilde kreieren wie z.B. Holzterassen, Holzbalkone uvm. Einige wunderschöne Beispiele, gibt es z.B. bei BohnHolzbau zu sehen. Auch im Holzbau können wir Kunst erblicken. Dann wenn wunderschöne Holzterassen entstehen oder Holzbakone und vieles anderes mehr (Holzgebälk, Holzbau, Holzgebilde).

Wir dürfen die Fahrzeuglackierer nicht vergessen. Diese sind in der Regel Künstler in “reiner Natur”. Die Autorin dieses Beitrags hat vor einigen Jahren im KFZ-Lackiergewerbe gearbeitet und auch in der Ausbildung von diesen. Fahrzeuglackierer sind ebenfalls wahre Künstler. Diese müssen sich in Farbmischungen auskennen (bei einfachen Aufträgen). Bei komplizierten Aufträgen werden eigens angefertige Bilder gesendet, die auf dem Fahrzeug realisert werden sollen. Der / die Fahrzeuglackerer/in muss sich überlegen, wie dieses auf dem Fahrzeug umgesetzt wird. Sehr anspruchsvoll, wie wir meinen.

Nicht jeder kann im Handwerk arbeiten

Definitiv kann nicht jeder im Handwerk arbeiten. Man sollte gesund sein. Je nachdem auch keine Höhen -und Platzangst haben. Die Platzangst betrifft in erster Linie wahrscheinlich Schweißer. Diese haben wir bisher vergessen. Das Handwerk ist demnach ein auserlesener Beruf für Menschen, die dazu befähigt sind. Also alles andere als uncool.

Was wird in unserer Gesellschaft vergessen?

Für die Ausübung vieler Handwerke muss man körperlich und geistig fit sein. Diese Fitness lässt im Alter nach. Bei manchen früher, bei manchen später. Außerdem besteht ein höheres Gefahrenrisiko.

Es müsste für Handwerker/innen jeder Art eine extra Absicherung für das Alter und für den Fall geben, falls diese nicht mehr können (gleich welcher Art). Diese Absicherung gibt es aktuell nicht in diesem unserem Lande, in Deutschland. Respekt vor jedem, der wagt eine Handwerksberuf zu erlernen und auszuüben. Noch mehr Respekt vor denjenigen, die sich trauen, sich selbständig zu machen. Die Autorin dieses Beitrags möchte gar nicht wissen, mit welchen Versicherungen sich diese/r rumschlagen muss.

Halten wir fest: Handwerk ist cool und das Handwerk brauche wir

Ja, halten wir fest: das Handwerk ist cool und wir, wir alle, brauchen gute Handwerker. Warum, ja warum nur, meinen viele, dass das Handwerk uncool ist! Wer von unseren Leserinnen und Leserin ist ein guter Handwerker? Wer von unseren Leser/innen kann handwerkliche Dinge allein zuhause erledigen. Mit Sicherheit einige von Ihnen. Aber das reicht nicht aus, um den Bedarf an Handwerkern in der Zukunft zu decken.

Fazit

Wir sind alle aufgefordert die Art der Kommunikation gegenüber Handwerkern und was Handwerk ist zu ändern. Wir brauchen Handwerker. Jetzt und in der Zukunft. Warum nur sind wir gerade dabei, diese “Spezies” zu disqualifzieren, indem wir so leben, als wäre Handwerk uncool! Das ist nicht logisch.