WordPress: Multisite, Multivendor oder Multistore?

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25. Dezember 2020

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Jan 25, 2022
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669
Wörter
Lesedauer
3 minutes

Sie möchten eine WordPress-Installation in welcher mehrere Shops enthalten sind? Dafür gibt es beispielsweise das Plugin wcfm – eine sehr umfangreiche Multistore-Lösung.

Aber gerade in Deutschland muss man sich mit vielen rechtlichen Fragestellungen auseinandersetzen. Sie als Betreiber der Plattform, sind der / die erste, an den / die sich Kunden wenden, wenn etwas schiefgeht. Daher sollte im ersten Schritt genau überlegt werden, welches System Sie einsetzen, wenn Sie eine Shopplattform erstellen möchten.

Die Multisite-Lösung

Hier werden unter einer WordPress-Installation verschiedene Seiten betrieben. Für die Einrichtung einer digitalen Shopping-Mall bedeuted das, dass jeder Shop unter einer eigenen Domainadresse erreichbar sein kann und eine rechtlich abgeschlossene Einheit darstellt.

In einer “Hauptseite” werden alle notwendigen Plugins installiert. Diese können nun dem gesamten Netzwerk oder nur Teilen davon freigegeben werden. Der Vorteil ist, dass die Plugins nur einmal gekauft werden müssen, aber in allen anderen Shops genutzt werden können. Es gibt aber auch Plugins, die eine solche Vorgehensweise nicht ermöglichen. Dann muss für jede Multisite-Installation, eine separate Lizenz erworben werden.

Wie eine Multisite eingerichtet werden kann, ist in vielen unterschiedlichen Quellen im Internet nachlesbar. Als Beispiel nennen wir hier die Beschreibung einer Multisite-Einrichtung von Kinsta.

Der Nachteil einer Multisite ist, dass es nur schwer möglich ist, die Datenbank zu trennen. Sprich: alle Seiten, werde in einer Datenbank installiert. Wenn also ein Shopbetreiber aus dieser Installation “aussteigen” möchte und seinen eigenen Shop aufbauen möchte, dann ist es nicht unmöglich aber schwer möglich, Daten, die für ihn relevant sind, aus der Datenbank zu extrahieren, da sich alle Shops eine einzige Datenbank teilen.

Die Multistore-Lösung

Bei der Multistore-Lösung werden mit Hilfe einer Software, eines Plugins (z.B. https://woomultistore.com/), mehrere unabhängige Shops miteinander verknüpft. Ein Shop wird zum “Master” ernannt. Von diesem “Master-Shop” können die anderen Shops gesteuert werden.

Wichtig: Auch bei dieser Lösung sind alle anderen Shop rechtlich unabhängige Einheiten!

Vom Mastershop aus kann gesteuert werden, welche Produkte in welchem Store eingeblendet werden. Bestände werden synchronisiert.

Problematisch wird es mit den Lieferkosten: Im Mastershop haben Kunden die Möglichkeit aus allen Produkten der Shops zu wählen, die im Mastershop integriert sind. Beim Checkout wird es nur schwer möglich sein, dem Kunden klarzumachen, dass er für die unterschiedlichen Produkte aus den unterschiedlichen Shops unterschiedliche Versandkosten bezahlen muss.

Die Multivendor-Lösung

Bei der Multivendor-Lösung gibt es eine WooCommerce-Installation. Mit Hilfe eines Programms (z.B. https://wclovers.com/), können verschiedene Verkäufer angelegt werden.

Beim Einsatz einer Multivendor-Lösung stellen sich daher folgende:

  • Wie geht man mit unterschiedlichen Lieferkosten der Shops um?
  • Wie handelt man die Bezahlung?
  • Was wenn in einem Shop aufgrund “Kleinunternehmer” keine Steuer erhoben wird?
  • Muss ein Shop aus dem Ausland ebenfalls AGB, Widerrufsrecht usw haben?
  • und vieles mehr.

Die Lieferkosten

wcfm kann mit unterschiedlichen Lieferkosten umgehen. Sei es eine Pauschale oder seien es Lieferkosten nach Gewichtsklassen. Erfahrungen, die wir mit diesem Plugin gemacht haben sind die, dass die Lieferkosten nicht stabil hinterlegt bleiben. Gelegentlich müssen die jeweils neu aktiviert werden, was sehr zeitaufwendig werden kann. Einfacher wäre eine Versandkostenpauschale. Aber bei unterschiedlichen Shopbetreibern mit unterschiedlichen Bedürfnissen, ist das sehr schwer. Erst Recht, wenn die Shopbetreiber aus verschiedenen Ländern kommen.

Die Bezahlmethode

Die einzige Bezahlmethode bei welcher der Shopbetreiber direkt bei Kauf sein Geld übermittelt bekommt, ist Stripe. Bei allen anderen Bezahlmethoden muss der Plattformbetreiber am Monatsende rechnen und Auszahlungen veranlassen. Sehr kompliziert wie wir meinen.

Steuern

Generell können Multistores mit unterschiedlichen Steuern klarkommen. Jedoch wird das nach deutschem Recht am Ende des Bezahlvorgangs zu einem riesen Problem, wenn ein Kunde Produkte aus verschiedenen Shops mit unterschiedlichen Steuersätzen im Warenkorb hat.

Andere Formalitäten

Beim Checkout stellt sich nach deutschem Recht die Frage, welchen AGBs / Widerrufsrecht usw. der Kunde nun zustimmt.

Fazit

Die “sauberste” Lösung ist unseres Erachtens eine Multisite-Lösung, wenn die Shops alle rechtlich unabhängig sind. Bei allen anderen Lösungen gibt es zuviele rechtliche Fallstricke.

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