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WordPress: Multisite, Multivendor oder Multistore?

Sie m√∂chten eine WordPress-Installation in welcher mehrere Shops enthalten sind? Daf√ľr gibt es beispielsweise das Plugin wcfm – eine sehr umfangreiche Multistore-L√∂sung.

Aber gerade in Deutschland muss man sich mit vielen rechtlichen Fragestellungen auseinandersetzen. Sie als Betreiber der Plattform, sind der / die erste, an den / die sich Kunden wenden, wenn etwas schiefgeht. Daher sollte im ersten Schritt genau √ľberlegt werden, welches System Sie einsetzen, wenn Sie eine Shopplattform erstellen m√∂chten.

Die Multisite-Lösung

Hier werden unter einer WordPress-Installation verschiedene Seiten betrieben. F√ľr die Einrichtung einer digitalen Shopping-Mall bedeuted das, dass jeder Shop unter einer eigenen Domainadresse erreichbar sein kann und eine rechtlich abgeschlossene Einheit darstellt.

In einer “Hauptseite” werden alle notwendigen Plugins installiert. Diese k√∂nnen nun dem gesamten Netzwerk oder nur Teilen davon freigegeben werden. Der Vorteil ist, dass die Plugins nur einmal gekauft werden m√ľssen, aber in allen anderen Shops genutzt werden k√∂nnen. Es gibt aber auch Plugins, die eine solche Vorgehensweise nicht erm√∂glichen. Dann muss f√ľr jede Multisite-Installation, eine separate Lizenz erworben werden.

Wie eine Multisite eingerichtet werden kann, ist in vielen unterschiedlichen Quellen im Internet nachlesbar. Als Beispiel nennen wir hier die Beschreibung einer Multisite-Einrichtung von Kinsta.

Der Nachteil einer Multisite ist, dass es nur schwer m√∂glich ist, die Datenbank zu trennen. Sprich: alle Seiten, werde in einer Datenbank installiert. Wenn also ein Shopbetreiber aus dieser Installation “aussteigen” m√∂chte und seinen eigenen Shop aufbauen m√∂chte, dann ist es nicht unm√∂glich aber schwer m√∂glich, Daten, die f√ľr ihn relevant sind, aus der Datenbank zu extrahieren, da sich alle Shops eine einzige Datenbank teilen.

Die Multistore-Lösung

Bei der Multistore-L√∂sung werden mit Hilfe einer Software, eines Plugins (z.B. https://woomultistore.com/), mehrere unabh√§ngige Shops miteinander verkn√ľpft. Ein Shop wird zum “Master” ernannt. Von diesem “Master-Shop” k√∂nnen die anderen Shops gesteuert werden.

Wichtig: Auch bei dieser Lösung sind alle anderen Shop rechtlich unabhängige Einheiten!

Vom Mastershop aus kann gesteuert werden, welche Produkte in welchem Store eingeblendet werden. Bestände werden synchronisiert.

Problematisch wird es mit den Lieferkosten: Im Mastershop haben Kunden die M√∂glichkeit aus allen Produkten der Shops zu w√§hlen, die im Mastershop integriert sind. Beim Checkout wird es nur schwer m√∂glich sein, dem Kunden klarzumachen, dass er f√ľr die unterschiedlichen Produkte aus den unterschiedlichen Shops unterschiedliche Versandkosten bezahlen muss.

Die Multivendor-Lösung

Bei der Multivendor-Lösung gibt es eine WooCommerce-Installation. Mit Hilfe eines Programms (z.B. https://wclovers.com/), können verschiedene Verkäufer angelegt werden.

Beim Einsatz einer Multivendor-Lösung stellen sich daher folgende:

  • Wie geht man mit unterschiedlichen Lieferkosten der Shops um?
  • Wie handelt man die Bezahlung?
  • Was wenn in einem Shop aufgrund “Kleinunternehmer” keine Steuer erhoben wird?
  • Muss ein Shop aus dem Ausland ebenfalls AGB, Widerrufsrecht usw haben?
  • und vieles mehr.

Die Lieferkosten

wcfm kann mit unterschiedlichen Lieferkosten umgehen. Sei es eine Pauschale oder seien es Lieferkosten nach Gewichtsklassen. Erfahrungen, die wir mit diesem Plugin gemacht haben sind die, dass die Lieferkosten nicht stabil hinterlegt bleiben. Gelegentlich m√ľssen die jeweils neu aktiviert werden, was sehr zeitaufwendig werden kann. Einfacher w√§re eine Versandkostenpauschale. Aber bei unterschiedlichen Shopbetreibern mit unterschiedlichen Bed√ľrfnissen, ist das sehr schwer. Erst Recht, wenn die Shopbetreiber aus verschiedenen L√§ndern kommen.

Die Bezahlmethode

Die einzige Bezahlmethode bei welcher der Shopbetreiber direkt bei Kauf sein Geld √ľbermittelt bekommt, ist Stripe. Bei allen anderen Bezahlmethoden muss der Plattformbetreiber am Monatsende rechnen und Auszahlungen veranlassen. Sehr kompliziert wie wir meinen.

Steuern

Generell können Multistores mit unterschiedlichen Steuern klarkommen. Jedoch wird das nach deutschem Recht am Ende des Bezahlvorgangs zu einem riesen Problem, wenn ein Kunde Produkte aus verschiedenen Shops mit unterschiedlichen Steuersätzen im Warenkorb hat.

Andere Formalitäten

Beim Checkout stellt sich nach deutschem Recht die Frage, welchen AGBs / Widerrufsrecht usw. der Kunde nun zustimmt.

Fazit

Die “sauberste” L√∂sung ist unseres Erachtens eine Multisite-L√∂sung, wenn die Shops alle rechtlich unabh√§ngig sind. Bei allen anderen L√∂sungen gibt es zuviele rechtliche Fallstricke.

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